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Ausgereifte Modelle erobern die IT

Die Finanzkrise mag Vielen Grund zur Sorge bereiten, ein Segment hofft auf neuen Schwung: die Software-as-a-Service-Industrie.   Quelle: 26. "Computerwelt" Nr. 22 / 2008 vom 05.11.2008 Ressort: Enterprise Von: Thomas Mach  
Das Geschäft mit Mietsoftware wird zunehmend zum Erfolg. Angesichts sinkender IT-Budgets rechnen immer mehr Analysten mit einem regelrechten Software-as-a-Service-Boom. "Die Beliebtheit des On-Demand-Einsatzmodells hat sich in den letzten vier Jahren maßgeblich gesteigert. Die anfängliche Besorgnis in Bezug auf Sicherheit, Reaktionszeiten und Service-Verfügbarkeit hat bei vielen Unternehmen nachgelassen, da SaaS-Geschäfts- und Computing-Modelle ausgereift sind und mittlerweile überall eingesetzt werden", unterstreicht Sharon Mertz, Research Director beim Marktforschungshaus Gartner.

Allein im heurigen Jahr werde der weltweite SaaS-Umsatz in den Märkten für Unternehmensanwendungen um 27 Prozent wachsen. Bis zum Jahr 2012 soll sich der SaaS-Umsatz sogar mehr als verdoppeln. Die Auguren von Saugatuck Technology gehen sogar noch weiter. Laut einer Studie der Marktforscher werden Ende 2008 fast 40 Prozent aller Unternehmen mindestens eine Lösung zur Miete nutzen. Bis 2010 soll dieser Anteil auf 65 Prozent, in den USA sogar auf 75 Prozent ansteigen. Die Gründe dafür sind schnell gefunden. "Unternehmen weiten ihre Geschäftsaktivitäten geografisch und im Internet aus. Angestellte arbeiten an verschiedenen Orten, räumlich voneinander getrennt. Die IT-Administration außerhalb eines LAN wird deshalb immer komplexer", erklärt Gartner-Analyst Scott Morrison. "Organisationen begreifen erst langsam, welche Mehrarbeit diese Aspekte mit sich bringen. Oft sind sie darauf nicht vorbereitet. Neue Lösungen, mit denen tägliche IT-Aufgaben automatisiert werden können, reduzieren die Komplexität, Administration und Wartung von IT-Systemen und der vernetzten Geräte außerhalb des LAN."

Speziell in Zeiten konjunktureller Unsicherheit steige das Interesse an SaaS, betont auch Liz Herbert, Analystin bei Forrester Research. "Mit dem Mietmodell können Anwender ihre kurzfristigen Ausgaben senken, Anwendungen im Vorfeld testen und einen Großteil des Investitionsrisikos auf den Provider abwälzen." Daher sei es wenig verwunderlich, dass auch in Europa das Interesse wächst. "Vor allem in Skandinavien und den Benelux-Ländern ist die Nachfrage in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen", erläutert Bill McNee, CEO von Saugatuck.
Dementsprechend würden sich zunehmend mehr IT-Anbieter auf das Thema vorbereiten - neben SaaS-Spezialisten und Softwareherstellern auch unabhängige Softwarehäuser (ISV) und andere.

SAAS-PROBLEMFALL: GESETZLICHE REGELUNGEN
Aber die Hersteller stehen in Sachen rechtlicher Vorschriften vor Problemen: etwa länder- und branchenspezifische Regeln in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit. Beispielsweise gibt es in der EU und den USA unterschiedliche Vorgaben für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Wer über sein Rechenzentrum eine Geschäftssoftware betreibt, muss die gesetzlichen Auflagen der Mieter in den unterschiedlichen Ländern berücksichtigen.

Teilweise sind es auch Regularien, wie jene der Pharmaindustrie, die SaaS-Anbieter vor Herausforderungen stellen. Kundendaten müssen voneinander getrennt gehalten werden, um Richtlinien und Validierungsanforderungen zu genügen. Es gilt abzuwägen, wie sich solche Vorschriften mit dem Konzept einer gemeinsamen Infrastruktur für eine Vielzahl von Mietern in Einklang bringen lassen.     

Quelle: 26. "Computerwelt" Nr. 22 / 2008 vom 05.11.2008 Ressort: Enterprise Von: Thomas Mach
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